Wer sich zu einer Ausbildung zum Piloten entschließt, muss sich der damit einhergehenden Verantwortung bewusst sein. Berufspiloten tragen Sorge für das Leben tausender Menschen, sie arbeiten dabei in einem von modernster Technololgie geprägten Umfeld und müssen auch unter Extremsituationen und Stress absolut verlässlich reagieren sowie auch auf langen Strecken volle Einsatzfähigkeit und Kompetenz zeigen. Zudem kann der Einsatz als Pilot oftmals auch unregelmäßig erfolgen und lange Abwesenheit von zu Hause und der Familie erfordern. Damit stellt der Beruf eine echte Herausforderung an die psychischen und physischen Belastbarkeiten des Piloten dar. Bewerber werden dementsprechend zunächst sorgfältig ausgewählt; nur etwa jeder zehnte Bewerber übersteht die Auswahltests. Wer sich jedoch als geeignet erweist, erhält schließlich eine fundierte Ausbildung, die auf die Anforderungen des Berufs vorbereitet.

Voraussetzungen: Keine falschen Vorstellungen

Die Vorstellung, dass ein Pilot lediglich ein Flugzeug samt Passagieren von A nach B bringt, ist falsch. Vielmehr gehört die gesamte Planung des Flugablaufs und die Koordination aller relevanten Daten zu seinen Aufgaben. Auch die Zusammenstellung der Flugcrew übernimmt der Pilot, außerdem ist er während des Flugs für den Kontakt zum Boden und die Kommunikation im Flugzeug zuständig. Wer sich für den Beruf des Piloten interessiert, sollte also zunächst eine gute Allgemeinbildung mitbringen, diszipliniert sein, gut mit Menschen umgehen können, auch in schwierigen Situationen die Ruhe bewahren und über Sicherheit in der Bewegung im dreidimensionalen Raum verfügen. Eine ausgeglichene, sozial kompetente Persönlichkeit ist also Grundvoraussetzung für den Beruf des Piloten. Ihre Fähigkeiten müssen Piloten immer wieder im Training unter Beweis stellen.

Ausbildungsmöglichkeiten

Die Ausbildung zum Piloten kann bei der Bundeswehr, bei einer Fluglinie der zivilen Luftfahrt oder an einer privaten Flugschule absolviert werden.
Bei der Bundeswehr hat man mehrere Möglichkeiten: So wird neben der Ausbildung auch ein Studium angeboten, außerdem kann man zwischen der Ausbildung zum Hubschrauberpiloten oder zum Jetpiloten wählen.
Die Ausbildungsangebote der zivilen Fluglinien wie Lufthansa (www.lufthansa-pilot.de) oder Air Berlin (www.airberlin-flightschool.com) bieten den Vorteil, dass man nach erfolgreicher Ausbildung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Pilot in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen wird.
Wer nicht zur Bundeswehr möchte, aber auch keinen Ausbildungsplatz bei einer Fluglinie ergattert hat, kann sich auch an einer privaten Flugschule zum Piloten ausbilden lassen. Hier besteht allerdings keine Garantie, nach der Ausbildung einen festen Job zu bekommen. Dafür kann die Ausbildung jedoch flexibler gestaltet werden: Sie lässt sich in einem Stück absolvieren, oder – besonders geeignet für Berufstätige – modular, wobei die jeweiligen Flugscheine einzeln erlangt werden. Die Ausbildung dauert dann entsprechend länger.

Der Eignungstest

Die Bewerber bei einer Fluglinie müssen ein zweistufiges Auswahlverfahren beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Hamburg erfolgreich bestehen: Zunächst findet die Berufsgrunduntersuchung (BU) statt. Hier werden etwa Geschicklichkeit und Reaktionsgeschwindigkeit, aber auch Allgemeinwissen geprüft. Wenn die BU bestanden ist, folgt die Firmenqualifikation mit z.B. psychologischen Tests, Überprüfung der Teamfähigkeit oder der Stressbelastung. Dieses zweistufige Verfahren soll insgesamt die Befähigung zum Piloten sicherstellen und dauert zwei Tage mit jeweils fünf Stunden.
Bewerber bei der Bundeswehr müssen zunächst ihre Eignung zum Dienst als Soldat beweisen, anschließend wird die Wehrfliegerverwendungsfähigkeit am Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe festgestellt. In der dritten Phase erfolgt eine Lernprobe.

Ausbildungsinhalte

Die Pilotenausbildung umfasst bei jeder Ausbildungsmöglichkeit immer einen theoretischen und einen praktischen Teil. Dabei erhält man insgesamt drei Pilotenlizensen, von der Privatpilotenlizenz über die Berufspilotenlizenz bis hin zur Verkehrspilotenlizenz als letzte Stufe der Ausbildung.

Dauer

Die Ausbildung zum Piloten dauert zwei Jahre. Wer nebenbei studiert, muss vier Jahre Ausbildung einplanen. Die Dauer der modularen Ausbildung bei einer privaten Flugschule kann individuell variieren.

Kosten

Die Ausbildung zum Piloten ist nicht billig, rund 60.000 Euro müssen dafür bezahlt werden. Die Lufthansa finanziert diese Kosten vor, die Rückzahlung erfolgt in Raten nach der Übernahme in den Beruf. Bei Air Berlin müssen 20.000 Euro vor Antritt der Ausbildung und 4 x 10.000 Euro während der Ausbildung bezahlt werden.

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